TTF verlaengern mit Cheftrainer Mazunov, verpflichten Sidorenko und freuen sich aufs Finale

TTF verlaengern mit Cheftrainer Mazunov, verpflichten Sidorenko und freuen sich aufs Finale

Acht Tage vor dem Liebherr TTBL-Finale machen die TTF Liebherr Ochsenhausen Nägel mit Köpfen. Der Vertrag mit Cheftrainer Dmitrij „Dima“ Mazunov wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Zudem stattete man mit dem gerade 17 gewordenen Vladimir Sidorenko ein Toptalent aus dem Liebherr Masters College (LMC) mit einem Zweijahresvertrag bei den Profis aus. Dies wurde am Freitagvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben, bei der natürlich auch ein Ausblick auf das Liebherr TTBL-Finale am 25. Mai in der Frankfurter Fraport Arena nicht fehlen durfte.


Sidorenko soll den nächsten Schritt machen


Für Vladimir Sidorenko ist die TTBL kein komplettes Neuland. In der aktuellen Saison war er an den TTF-Ligakonkurrenten TTC Schwalbe Bergneustadt ausgeliehen, mit dem er immerhin das Play-off-Halbfinale erreichte. Allerdings kam der junge, 1,81 Meter große Russe nur zu drei Einsätzen. Das soll sich ändern.
„Vladimir ist nun im zweiten Jahr am LMC. Er ist ein interessanter Spieler, auf den wir große Stücke halten. Er muss sich jetzt alles weitere erarbeiten und ins Team hineinwachsen“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Wir halten ihn für reif, den nächsten Schritt zu machen, zumal er die Bundesliga bereits kennengelernt hat und in unsere Formation passt. Als Linkshänder spielt er ein attraktives, intelligentes Angriffsspiel. Er ist ein cleverer, ideenreicher Junge und so spielt er auch.“
Natürlich liegt noch viel vor ihm. „Er hat bei uns im letzten Jahr sehr intensiv trainiert, international war er in dieser Zeit nicht immer erfolgreich, hat jedoch letzte Woche bei den Slovenia Open immerhin das Viertelfinale erreicht“, erklärt Pejinovic. „Wir können ihn hier in Ochsenhausen auf seinem Weg besser begleiten, als wenn er weiter in einem anderen Verein spielen würde. Er wird seine Einsätze bekommen und muss diese nach Möglichkeit durch gute Ergebnisse rechtfertigen.“
Es gehe Pejinovic zufolge auch ein Stück weit um die Philosophie der TTF und des LMC: „Mit seiner Verpflichtung wollten wir auch ein Zeichen setzen, dass wir unserer Philosophie treu bleiben, außergewöhnliche Talente aus den eigenen Reihen zu Topspielern zu formen und an die Spitze zu bringen,“

„Es war seit Jahren ein Traum von mir, eines Tages für einen so namhaften Verein wie Ochsenhausen zu spielen“, sagte Sidorenko. „Ich freue mich riesig, dass man mir jetzt bereits diese Chance gibt und werde alles dafür tun, das in mich gesetzte Vertrauen mit guten Leistungen zu rechtfertigen.“

 

Mazunov bleibt erster Mann auf der Kommandobrücke


Die Verlängerung des Vertrages mit Cheftrainer Dimitrij Mazunov um ein weiteres Jahr ist beileibe keine Überraschung angesichts der Erfolge der TTF in der laufenden Saison. Alles hat gepasst und „Dima“, der einst als Spieler und Publikumsliebling mit den TTF diverse Titel holte, hat sich auch als Trainer schnell in die Erfolgsspur begeben.


„Das gesamte Konstrukt hat sich als gut erwiesen und der komplette Trainerstab hat Anteil daran, dass wir jetzt schon unsere Saisonziele erreicht und den ersten Titel seit 15 Jahren geholt haben“, unterstreicht Kristijan Pejinovic. „Aber natürlich hat Dima alles hervorragend gemacht und damit die Richtigkeit unserer Annahme vor der Saison bestätigt, dass er der geeignete Kapitän unseres Schiffs sein würde.“


Der TTF-Präsident geizt nicht mit Lob: „Er hat das Herz am richtigen Fleck und die Zusammenarbeit mit ihm macht mir und allen anderen im Verein viel Spaß. Der Erfolg ist ebenfalls da, weshalb sollte man also überhaupt darüber nachdenken, etwas an diesem Konstrukt zu ändern? Letztlich war die Vertragsverlängerung daher Formsache.“


Und das Ende der Fahnenstange ist ja aktuell vielleicht noch gar nicht erreicht. „Wir hatten uns damals, als wir mit der jungen Mannschaft anfingen, vier bis fünf Jahre gegeben, den ersten Titel zu erringen. Gut, nun sind es sechs geworden aber das ist auch in Ordnung“, so Pejinovic. „Wir haben jedenfalls unsere Saisonziele erreicht und besitzen die Chance, das in einigen Tagen sogar noch zu übertreffen. Wir wünschen Dima und unseren Jungs weiterhin viel Glück und Erfolg!“

 


Das Finale genießen


Am 25. Mai steigt in der Frankfurter Fraport Arena der große Final-Showdown um die Deutsche Meisterschaft, wenn sich die TTF Liebherr Ochsenhausen und der 1. FC Saarbrücken TT gegenüberstehen, der keinen Geringeren als die namhafte Düsseldorfer Borussia im Halbfinale ausgeschaltet hat.
Sowohl Patrick Franziska, inzwischen zur Führungsfigur der Saarländer herangereift, als auch Darko Jorgic haben Timo Boll geschlagen und dafür gesorgt, dass der Sprung ins Endspiel sogar recht souverän erfolgte. Die TTF sind gewarnt und wissen, was für ein Kaliber in Frankfurt auf sie wartet.


Vor einer Woche sind die Saarbrücker knapp im Finale des ETTU-Cups an Hennebont gescheitert. Wollen sie die Saison mit einem Titelgewinn abschließen, müssen sie nun natürlich die Ochsenhauser schlagen, die ja in der aktuellen Spielzeit bereits den Pokalgewinn feiern durften.
Andererseits sind alle TTF-Asse fit und haben in den letzten Wochen international durch gute Ergebnisse auf sich aufmerksam gemacht. Sie brennen darauf, zum vierten Mal nach 1997, 2000 und 2004 den Meisterpokal nach Oberschwaben zu holen – es wäre zudem der zehnte Titel der Vereinsgeschichte. Letztes Jahr war man noch an gleicher Stelle an Boll und Co. gescheitert. Diesmal möchte man es besser machen, zugleich aber auch mit der nötigen Lockerheit in die Box gehen und das Erlebnis genießen, sich circa 3.000 Tischtennisfans zu präsentieren.


Kristijan Pejinovic ist im Grunde optimistisch, weiß aber, wie schwer es vermutlich wird und dass ein solches Finale eine ganz eigene Angelegenheit ist, bei der diverse Faktoren zusammenkommen müssen, um am Ende ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. „Alle unsere Spieler sind fit und werden gut vorbereitet ins Liebherr TTBL-Finale gehen“, versichert Pejnovic. „Wir sind breit aufgestellt und haben sehr positiv registriert, dass die Spieler in den letzten Wochen auch international ziemlich erfolgreich waren. Wie etwa Simon Gauzy, der bei der WM Xu Xin ausgeschaltet hat, oder zuletzt Jakub Dyjas, der bei den Slovenia Open das Finale erreicht hat. Es muss also gar nicht sein, dass – wie noch beim Liebherr Pokal-Finale – der meiste Druck auf den Schultern von Hugo Calderano lastet, der das in Neu-Ulm natürlich sehr gut gemeistert hat.“ Und dann gebe es ja auch noch Stefan Fegerl, der dem Team gut tut und meist dann besonders stark spielt, wenn es um richtig viel geht. Fegerl hat bisher in den Play-offs noch keinen Satz abgegeben. „Stefan kann unbändige Willenskräfte mobilisieren, wenn es darauf ankommt“, so TTF-Chef Pejinovic.


Letzterer legt Wert darauf, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren: „Wir müssen auf uns schauen und versuchen, unser bestes Tischtennis abzurufen, und nicht auf den Gegner blicken. So haben wir das die ganze Saison gemacht und waren damit erfolgreich.“ Natürlich sei ein Patrick Franziska, aktuelle Nummer 17 der Welt, inzwischen sehr gut und sogar zum Gesicht seines Vereins geworden. Zudem sei auch der 20-jährige Slowene Darko Jorgic nicht zu unterschätzen, doch das werde man auch nicht tun. „Auf uns kommt es letztlich an, wir müssen verletzungsfrei bleiben und uns nicht zu sehr unter Druck fühlen, auch wenn man uns die Favoritenrolle zuschanzen möchte“, so der TTF-Präsident. „Wichtig ist, dass die Jungs locker bleiben, ihren Spaß haben und sich auf das Finale, das sie sich redlich verdient haben, freuen. Sie sollen es genießen.“
Natürlich erinnert sich Pejinovic noch gut an die drastische Rückrunden-Niederlage in Saarbrücken: „Klar, wir haben dort 0:3 verloren und waren an diesem Tag chancenlos, es war aber auch unser schwächstes Saisonspiel. Im Finale werden die Karten wieder komplett neu gemischt und wir haben eine realistische Siegchance, wenn wir gut vorbereitet nach Frankfurt fahren. Ich denke, dass es maßgeblich auf die Tagesform und die besseren Nerven ankommen wird.“


Der Vereinspräsident geht von einem 50:50-Spiel aus: „Einen eindeutigen Favoriten sehe ich nicht. Wir haben ja beim Liebherr Pokal-Finale erlebt, wie stark Bremen im Endspiel war, bei denen in der Runde wenig zusammengelaufen ist. Und Saarbrücken hat auch in der Liga sehr gut gespielt. Dass sie mit ihrer stark verjüngten Mannschaft in zwei Endspiele einziehen würden, hat vor der Saison kaum jemand erwartet. Umso gefährlicher dürften sie am 25. Mai sein, doch wir wollen die Hürde nehmen.“


Die TTF-Asse werden von zahlreichen Fans begleitet, die ihnen in der voluminösen Sport-Arena den Rücken stärken werden. Projekt-Manager Manuel Pfender informiert: „Es fährt ein Fanbus mit 80 Leuten nach Frankfurt, zudem konnten wir alles in allem rund 140 Tickets an unsere Fans bringen.“


„Das ist sehr wichtig, doch alles andere wird sich am Tisch zeigen“, stellt Kristijan Pejinovic abschließend fest. Wer könnte ihm da widersprechen.