TTF geben Spiel aus der Hand und werden dennoch Erster

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3

TTF geben Spiel aus der Hand und werden dennoch Erster

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3

 

Es sollte ein denkwürdiges Spiel werden, doch was die beinahe 500 Fans in der Ehinger Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums erlebten, war eher ein merkwürdiges Spiel.


Die Oberschwaben schienen anfänglich eindeutig auf der Siegerstraße zu sein, verpatzten aber doch noch ihre Generalprobe für die Play-offs und büßten nach zehn Heimsiegen in Folge inklusive Pokal ihre weiße Weste in Ehingen ein. Eine unnötige Niederlage, da man nach der Pause ziemlich von der Rolle war und keinen Satz mehr gewann. Dennoch beendete man die Punktrunde verdientermaßen als Spitzenreiter mit 32:8 Punkten, vor Düsseldorf und Saarbrücken (jeweils 30:10) und Bergneustadt (28:12).


Anfänglich hatte man den Eindruck, die TTF würden dem dritten 3:0 gegen Fulda in dieser Saison entgegenstreben. Auch ohne Hugo Calderano, der beim Einspielen umgeknickt war und aus Sicherheitsgründen geschont wurde, lief zunächst alles wie geplant. Zwar quälte sich Stefan Fegerl gegen Wang Xi über fünf lange Sätze, hatte aber am Ende die Nase vorn. Simon Gauzy legte gegen den baumlangen Kroaten Tomislav Pucar in vier Durchgängen nach.


Doch danach lief nicht mehr viel zusammen. Zunächst verlor ein indisponiert wirkender Jakub Dyjas glasklar gegen Defensivkünstler Ruwen Filus. Stefan Fegerl machte es im Anschluss kaum besser gegen Pucar und unterlag ebenfalls mit 0:3. Das Doppel musste also die Entscheidung bringen – und da sah man die Ochsenhauser Gauzy/Dyjas, obwohl sie noch nie zusammen gespielt hatten, als Favoriten gegen Maberzells Defensiv-Formation Wang/Filus an, eben weil man im Normalfall einem reinen Defensiv-Duo auf diesem Niveau kaum etwas zutraut. Doch heute war alles anders. Die beiden Maberzeller, die selbst noch nie gemeinsam aufgetreten waren, verbuchten die ersten beiden Sätze für sich und schienen auch den dritten Durchgang im Griff zu haben, doch plötzlich harmonierten Gauzy/Dyjas besser, wehrten Satzbälle ab, hatten dann aber auch selber welche, um am Ende doch mit 14:16 den Kürzeren zu ziehen.


Nach zwei Stunden und 50 Minuten war die erste Heimniederlage der TTF in der Saison 2018/19 besiegelt, wobei man hofft, dass es die einzige bleibt.


Auch Düsseldorf, die einzige Mannschaft, die die TTF noch vom Spitzenplatz hätte verdrängen können, patzte (2:3 gegen Bad Königshofen). Verloren hat auch Bergneustadt (1:3 gegen Saarbrücken) und belegt damit in der Abschlusstabelle Rang vier. Somit sind die Schwalben der Halbfinalgegner der TTF. Bereits am kommenden Samstag um 19.00 Uhr steht das erste Match in Ehingen auf dem Programm. Das Rückspiel steigt am 07.04. in Bergneustadt, während ein eventuelles drittes Spiel für den 14.04. wiederum in Ehingen angesetzt ist. Gegen Duda und Co. werden die TTF vermutlich anders auftreten als gegen Fulda, sonst hätten sie keine guten Karten. Sicher wird auch Hugo Calderano wieder dabei sein.


Cheftrainer Dmitrij Mazunov wollte das 2:3 nicht überbewerten: „Wir haben heute die Konzentration beim 2:0 etwas verloren. Aber jetzt gilt der Fokus dem Duell gegen Bergneustadt. Wir sind für jeden Gegner bereit und werden Gas geben.“


TTF-Projektmanager Manuel Pfender beurteilte es ähnlich: „Unsere ersten beiden Spiele waren noch recht ordentlich, aber danach lief nicht mehr viel zusammen. Keiner erreichte heute Topform. Kompliment an Fulda, die sich nie aufgegeben haben!“ Doch Pfender sah auch das Positive: „Wir haben unser Ziel erreicht und die Runde als Erster beendet. Und nun geht es gegen Bergneustadt in die Play-offs. Heute waren viele Fans in der Halle. Und die brauchen wir erst recht am Samstag beim ersten Halbfinale. Gemeinsam können wir es schaffen.“

 

Das Spiel im Überblick
Stefan Fegerl – Wang Xi 3:2 (9:11, 12:10, 12:10, 7:11, 11:8)
Simon Gauzy – Tomislav Pucar 3:1 (9:11, 11:5, 11:6, 12:10)
Jakub Dyjas – Ruwen Filus 0:3 (7:11, 7:11, 4:11)
Stefan Fegerl – Tomislav Pucar 0:3 (10:12, 7:11, 8:11)
Gauzy/Dyjas – Wang/Filus 0:3 (8:11, 8:11, 14:16)
Zuschauer: 490