Tabellenführung im Visier, TTF zu Gast bei Werder Bremen

Tabellenführung im Visier, TTF zu Gast bei Werder Bremen

In ungewohnter Halle wird der Tabellenzweite TTF Liebherr Ochsenhausen am Sonntag in der Bundesliga aufschlagen. Gastgeber Werder Bremen trägt die Partie des 8. Spieltags nämlich nicht wie üblich in der Bremer Klaus-Dieter-Fischer-Halle aus, sondern in der niedersächsischem 14.000-Einwohner-Gemeinde Belm vor den Toren der Stadt Osnabrück, wo bis zu 600 Tischtennisfans erwartet werden.


Doch darüber machen sich die TTF am allerwenigsten Gedanken. Man möchte diese ungemein wichtige, richtungsweisende Partie gegen Steger und Co. gewinnen. Gelänge das, hätte man einen Mitkonkurrenten um die Play-offs bei dann acht Punkten Vorsprung vermutlich bereits vorentscheidend distanziert. Zudem winkt am Sonntag die Tabellenführung, nämlich wenn der aktuelle Spitzenreiter Post SV Mühlhausen, der wie die TTF 12:2 Zähler auf dem Konto hat, das schwere Spiel in Saarbrücken verliert.


Auch wenn Simon Gauzy und Kollegen zuletzt gegen Titelverteidiger Düsseldorf ein überragendes Spiel vor überragender Kulisse gezeigt haben und Bremen bislang mit 6:8 Punkten und Platz sieben hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, muss man von einem schweren Spiel ausgehen. Der Gastgeber aus dem hohen Norden steht unter Zugzwang und braucht die Punkte unbedingt. Zudem verfügt die Truppe über genügend Qualität, dass der Knoten jederzeit platzen kann. Und wenn dann nicht mehr nur Leitwolf Bastian Steger punktet, sondern auch seine Kollegen, wird es für jeden Gegner schwer.


Der 37-jährige DTTB-Nationalspieler Bastian Steger ist unverändert stark, was seine derzeitige TTBL-Bilanz von 8:3 beweist. Die Nummer zwei ist ein guter Bekannter in Ochsenhausen. Der ebenfalls sehr erfahrene Brasilianer Gustavo Tsuboi, zweitbester Spieler seines Landes hinter Hugo Calderano, hat schon sehr, sehr viele Trainingseinheiten im Sparkassen-TT-Leistungszentrum absolviert. Und die Nummer drei hat sogar eine lupenreine Ochsenhauser Vergangenheit. Hunor Szöcs war als ganz junger Spieler zeitweise die Nummer eins der damals in der Regionalliga aufschlagenden 2. Mannschaft der TTF. Zudem war er einer der ersten Studenten des Liebherr Masters College. Mit dem 22-jährigen Belgier Florent Lambiet verfügen die Grün-Weißen über eine spielstarke Nummer vier, die sich auch international immer mehr in den Vordergrund spielt.


Alles in allem also ein Gegner, den man sehr ernst nehmen muss und den man nur mit reichlich Kampfgeist und einem vorzüglichen Team Spirit wird schlagen können. Doch das sind Tugenden, die die TTF-Asse gerade in der aktuellen Spielzeit unbedingt auszeichnen.


Die Saison 2017/18 beendete Bremen auf dem fünften Platz. Die TTF gewannen damals beide Partien gegen die Norddeutschen – 3:1 in Ochsenhausen und in Bremen sogar glatt mit 3:0. Natürlich brennt der SV Werder, der die Oberschwaben 2013 in Frankfurt im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft besiegte, auf Revanche.


„Wir erwarten in Osnabrück einen heißen Kampf, da Bremen unbedingt Punkte benötigt, um den Anschluss an die Play-offs nicht zu verpassen“, so Kristijan Pejinovic. „Bremen hat mit Steger einen sehr bekannten Routinier und Punktegaranten in seinen Reihen und wird mit Gustavo Tsuboi und Hunor Szöcs gut ergänzt. Momentan sind sie noch immer nicht richtig in ihre Spur gekommen und deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass sie alles bei diesem „Event“ dransetzen werden, um die Punkte einzufahren.“ Dennoch ist der TTF-Präsident vorsichtig optimistisch: „Wir sind gewappnet und hoffen, dass alle Jungs gesund aus Schweden zurückkehren.“


Bei den Swedish Open kämpfen zurzeit Simon Gauzy, Stefan Fegerl, Jakub Dyjas und Jang Woojin auf der World Tour um Weltranglistenpunkte und Siegesprämien – Hugo Calderano pausiert. In Stockholm sind aber auch alle vier Werder-Spieler am Start, folglich dürfte das hochklassige Turnier keinem der beiden Klubs zum Vorteil oder Nachteil gereichen.

 

Die Mannschaften

 

SV Werder Bremen


Bastian Steger GER, 37 Jahre, Weltrangliste Platz 47, TTBL-Bilanz 8:3

Gustavo Tsuboi BRA, 33 Jahre, WRL 49, TTBL 1:4

Hunor Szöcs ROU, 26 Jahre, WRL 79, TTBL 1:5

Florent Lambiet BEL, 22 Jahre, WRL 114, TTBL 1:2

Doppel: Lambiet/Tsuboi 1:1

Trainer: Cristian Tamas ROU, 38 Jahre

 

TTF Liebherr Ochsenhausen


Simon Gauzy FRA, 24 Jahre, WRL 16, TTBL 6:4

Hugo Calderano BRA, 22 Jahre, WRL 11, TTBL 3:4

Jang Woojin KOR, 23 Jahre, WRL 20, TTBL: -:-

Stefan Fegerl AUT, 30 Jahre, WRL 66, TTBL 3:2

Jakub Dyjas POL, 23 Jahre, WRL 55, TTBL 5:0

Doppel: Calderano/Fegerl 1:0, Fegerl/Dyjas 1:0

Cheftrainer: Dmitrij Mazunov RUS, 47 Jahre