Juelich nicht unterschaetzen: TTF wollen beim Aufsteiger gewinnen

Sonntag, 15 Uhr, TTBL: TTC indeland Jülich – TTF Liebherr Ochsenhausen

Juelich nicht unterschaetzen: TTF wollen beim Aufsteiger gewinnen

Bei aller verständlichen Fokussierung auf den Pokal-Hit gegen Fulda darf man natürlich die keine 48 Stunden später auf dem Programm stehende Bundesligapartie des 4. Spieltags bei Aufsteiger TTC indeland Jülich nicht aus den Augen verlieren. Dies gilt umso mehr, als die junge Truppe der TTF Liebherr Ochsenhausen am 3. Spieltag in Mühlhausen gepatzt hat und nun unbedingt wieder zwei Punkte benötigt, um den noch verlustpunktfreien Düsseldorfern und Mühlhausenern auf den Fersen zu bleiben.


Es war eine kuriose Situation vor dem letzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2017/18. Die Jülicher, die sich als einziger Klub aus dem Unterhaus für die TTBL beworben hatten, standen auf einem Abstiegsplatz – wären sie darauf geblieben, würden sie jetzt in der 3. Bundesliga Nord aufschlagen. Doch das Team aus dem äußersten Westen behielt die Nerven und hatte das Glück des Tüchtigen. Man gewann gegen Frickenhausen und erhielt Schützenhilfe durch Bad Hamm, das in Mainz siegte. Somit stand man am Ende über dem Strich und darf sich nun mit der Crème de la Crème des deutschen Tischtennis messen.


Nun, die Jülicher haben keine Mega-Truppe am Start und sind keine finanziellen Experimente eingegangen. Sie wollen das „Produkt“ Tischtennis Bundesliga in der alten Herzogstadt, die lange eine der ersten Adressen im deutschen Mannschaftstischtennis war, behutsam wieder etablieren.


Man hat Belgiens Nummer drei und vier unter Vertrag, nicht unlogisch angesichts der geographischen Nähe zu Belgien, was auch Fans aus dem Nachbarland zum Erscheinen motivieren soll. Dazu wurde mit dem ehemaligen LMC-Studenten Dennis Klein, den es von Saarbrückens Zweitligatruppe nach Jülich zog, ein ambitionierter, aufstrebender deutscher Nachwuchsspieler verpflichtet.


Linkshänder Devos ist Champions-League-erfahren und der gefährlichste Spieler der Grenzländer. Als einziger Akteur steht er derzeit positiv. Doch das Manko ist, dass das Belgien-Duo Devos/Allegro eigentlich für das Doppel gesetzt ist und man unter dieser Voraussetzung dazu verdammt ist, Klein als Nummer eins aufzustellen, der an Position drei sicher viel bessere Chancen auf Zählbares besäße. So sind die Jülicher relativ leicht auszurechnen und in ihren taktischen Möglichkeiten limitiert. Das ist Trainerfuchs Miroslav Broda natürlich auch bewusst, deswegen experimentierte er zuletzt gegen Bergneustadt, brachte Devos an eins und nominierte Allegro und Klein für das Doppel, zu dem es aber erst gar nicht kam. Wenn man so stellt, muss man auf ein 3:0 oder 3:1 spielen, da man nicht mit einem Sieg in einem abschließenden Doppel kalkulieren kann.


Zwei Heimspiele hatte der Traditionsklub, der von 1977 bis 2010 ohne Unterbrechung erstklassig gespielt hat, bereits. Beide Male – gegen Grenzau und Bergneustadt – spielte man recht ordentlich mit, doch die Partien gingen jeweils mit 1:3 verloren.


Wie dem auch sei, die TTF müssen gewinnen und wollen gewinnen. „Wir wissen, dass wir als Favoriten nach Jülich fahren, aber jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden“, sagt Cheftrainer Dmitrij Mazunov. „Wir werden den Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, sondern möchten im letzten Spiel vor der Europameisterschaftspause einen Sieg einfahren.“

 

Die Mannschaften

 

TTC indeland Jülich

Martin Allegro BEL, 22 Jahre, September-Weltrangliste Platz 134
Robin Devos BEL, 24 Jahre, WRL 116
Dennis Klein GER, 21 Jahre, WRL 294
Trainer: Miroslav Broda GER, 54 Jahre

 

 

TTF Liebherr Ochsenhausen

Simon Gauzy FRA, 23 Jahre, WRL 13
Hugo Calderano BRA, 22 Jahre, WRL 10
Stefan Fegerl AUT, 29 Jahre, WRL 51
Jakub Dyjas POL, 22 Jahre, WRL 62
Cheftrainer: Dmitrij Mazunov RUS, 47 Jahre