Sonntag, 15 Uhr TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Zugbruecke Grenzau

Grenzau kommt, TTF wollen den naechsten Heimsieg

Nach einer kreativen Pause von 14 Tagen wollen sich die TTF Liebherr Ochsenhausen die nächsten Bundesliga-Punkte sichern. Bisher haben sie in der Sporthalle des Ehinger Johann-Vanotti-Gymnasiums nur Siege eingefahren, drei in der Liga, einen im Pokal – und genau so soll es weitergehen.


Im Moment steht man bei 8:2 Zählern und hat am spielfreien Wochenende nach Minuspunkten mit Spitzenreiter Düsseldorf gleichgezogen, der in Gummersbach gegen die Bergneustädter Schwalben die erste Saisonniederlage kassierte. Allerdings hat Mühlhausen gewonnen und ist somit nun punktgleich mit den TTF.


Umso wichtiger ist es nun, am Sonntag gegen den Tabellenachten Grenzau nichts anbrennen zu lassen, um Teil des Spitzentrios zu bleiben. Im Gegensatz zum Rekordmeister haben die Oberschwaben zuletzt gegen Bergneustadt gewonnen und die Spielpause genutzt, um hoch konzentriert zu trainieren.


Die Westerwälder sind auf jeden Fall klar besser als letzte Saison aufgestellt, haben bereits zwei Spiele gewonnen und sich am Sonntag beim 3:1 über Grünwettersbach in sehr guter Form präsentiert. Wer sie unterschätzt, ist selbst daran schuld.


Grenzau, da war doch was? Aufmerksame Beobachter der Bundesliga erinnern sich. In der vergangenen Spielzeit, als die TTF Vizemeister wurden und die Grenzauer bis zum Schluss vom letzten Platz nicht wegkamen, standen sich beide Teams in der Ochsenhausener Dr.-Hans-Liebherr-Halle gegenüber. Der Außenseiter machte am 26.11.2017 sein mit Abstand bestes Saisonspiel und siegte sensationell mit 3:2 dank eines Kirill Gerassimenko in Wahnsinnsform und eines Kou Lei, dem alles gelang. Nun, Kou Lei ist zwar nicht mehr dabei, dafür aber drei andere Akteure, die das Team eindeutig stabilisiert haben. Zudem ist der 21-jährige Gerassimenko wieder ein ganzes Stück besser und vor allem konstanter geworden, womit klar ist, dass die Oberschwaben am Sonntag vom ersten Ball an alles auspacken müssen, um die Punkte zu behalten.


Gerassimenko steht nun endlich auch in der Liga positiv und spielt dort inzwischen ebenso gut wie auf internationalen Turnieren, was letzte Saison nicht immer funktioniert hat. Der junge Kasache, aktuelle Nummer 35 der Welt, ist zu einem echten Bundesliga-Einser geworden. Ihm assistiert der erfahrene Mihai Bobocica, in Rumänien geborener italienischer Staatsbürger, einer der drei Neuen im Brexbachtal. Und den kennt man in Ochsenhausen gut, trug er doch in der Saison 2007/08 als 21-Jähriger selbst das TTF-Trikot. Auch Bobocica ist bisher mit einer positiven Bilanz notiert und hat zuletzt Bojan Tokic geschlagen. Zwar wartet der 19-jährige Anders Lind noch auf seinen ersten Sieg in der TTBL – im Pokal, wo Grenzau wie die TTF das Viertelfinale erreicht hat, hat es bereits geklappt –, doch lange dürfte es nicht mehr dauern, bis beim dänischen Linkshänder der Knoten platzt. Lind wird zu den Toptalenten des Kontinents gezählt. Mit dem 25-jährigen Paraguayer Marcelo Aguirre hat der Gegner schließlich noch eine solide Nummer vier verpflichtet, die ebenso unter den Top 100 der Weltrangliste zu finden ist.

 

Mit den tollen Fans im Rücken soll am Sonntag abermals gewonnen werden, zumal die TTF mehrere gute Doppel-Kombinationen in der Hinterhand haben, wenn es eng werden sollte. Wer jedoch mit einem Selbstläufer rechnet, dürfte weit daneben liegen – ein guter, kompakter und sperriger Gegner wird in Ehingen seine Visitenkarte abgeben, gegen den mal viel Adrenalin benötigen wird, um sich zu behaupten.


Dementsprechend ist Ochsenhausens Cheftrainer Dmitrij Mazunov weit davon entfernt, Gerassimenko und Co. auf die leichte Schulter zu nehmen. „Grenzau ist dieses Jahr deutlich stärker als letztes Jahr“, stellt Mazunov fest. „Alle vier Spieler stehen unter den Top 100 der Welt und gerade Anders Lind ist zudem noch ein sehr guter Doppelspieler.“ Dennoch gelte, dass jeder schlagbar sei, auch die Westerwälder. „Wir sind nach dem spielfreien Wochenende frisch und haben uns für die nächsten Wochen gut vorbereitet“, zeigt der TTF-Übungsleiter Optimismus. „Es wird ein schweres Spiel, aber wir haben das Selbstvertrauen, eine breite Brust und wollen Grenzau schlagen.“

 

Die Mannschaften

 

TTF Liebherr Ochsenhausen

Simon Gauzy FRA, 23 Jahre, Oktober-Weltrangliste Platz 16, TTBL-Bilanz: 3:4
Hugo Calderano BRA, 22 Jahre, WRL 11, TTBL 2:3
Stefan Fegerl AUT, 29 Jahre, WRL 66, TTBL 2:2
Jakub Dyjas POL, 22 Jahre, WRL 55, TTBL 4:0
Doppel: Dyjas/Fegerl 1:0, Calderano/Fegerl 1:0
Cheftrainer: Dmitrij Mazunov RUS, 47 Jahre

TTC Zugbrücke Grenzau

Kirill Gerassimenko KAZ, 21 Jahre, WRL 35, TTBL 5:3
Mihai Bobocica ITA, 32 Jahre, WRL 81, TTBL 3:2
Anders Lind DEN, 19 Jahre, WRL 96, TTBL 0:3
Marcelo Aguirre PAR, 25 Jahre, WRL 97, TTBL 0:2
Doppel: Bobocica/Lind 0:1
Cheftrainer: Dirk Wagner GER, 47 Jahre